Cabaret Voltaire - Blog von electroboy

Blog von Florian Burkhardt alias electroboy

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Gedanken / Tagebuch – August 2014 3. Teil

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<– August 2014 2. Teil

21.8.2014 (2. Teil)

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(Erklärung folgt morgen)

22.8.2014
Eindruck: Ich habe gestern beim Interview gemerkt, dass es mir nicht einfach fällt, immer wieder über mein Leben zu reden. Es langweilt mich, weil irgendwie beim Gespräch darüber nichts mehr dazukommt, sich keine neuen Fragen ergeben: Es scheint, als würde der Film für sich sprechen und mich für weitere Antworten nicht benötigen. Das einzige offene ist wohl die Zukunft und da habe ich keine Antworten. Das ist alles gut so, aber wieso dann Interviews? (Ist die Frage sehr naiv?)

Es ist ein Turning Point: Mein Leben gestaltet den Film, bis er mein Leben gestaltet.

23.8.2014

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Egoistisch-soziale Interaktion

Erste „Kaffeetreffen“ (mich über eine Onlineplattform mit einem ausgewählten Fremden zum Kaffee treffen) erfolgreich hinter mich gebracht in den letzten drei Tagen. Grosse Unverbindlichkeit und nur oberflächliches Interesse, aber es ist ein Anfang. Vielleicht sogar ein grosser Schritt für mich, ein Heraustasten aus der sozialen Isolation. Ich zeige Wille. Ich bin interessiert, ich habe das Bedürfnis, nicht mehr alleine am Tisch zu sitzen, suche Gesprächspartner, suche Spiegel, suche Gelegenheiten zum Austausch. Wichtig ist mir nur, dass ich das Gegenüber visuell nicht abstossend finde und dass es für irgendetwas Leidenschaft empfindet, denn ich bin (wie schon immer) offen für Inspiration.

24.8.2014
Guten Morgen, ich bin ein alter Sack. Sitze im veganen Cafe “Chaostheorie” mit leichter Verwirrung, weil meine soziale Phobie wummert. Ich will Leute kennenlernen, aber nur bis zu dem Punkt, wo ich sie besser kennenlernen würde, denn alles, was Richtung Freundschaft geht, liegt mir momentan nicht. Aber es kämpft in mir, denn alleine will ich nicht sein. Berlin tut mir gut.
Bin jetzt seit drei, vier Wochen Veganer, obwohl ich mich nicht so bezeichne, denn ich will zu Besuch z.B. auch Ausnahmen machen (ausser Fleisch natürlich). Oder wenn die Alternative in einem Cafe oder Restaurant fehlt, esse ich halt “nur” vegetarisch. Ich bin auch nicht sicher, ob ich nie mehr ein Lederprodukt kaufen werde. Aber ja, eigentlich lebe ich vegan. Aus Egoismus, um mich seelisch nicht total abgefuckt zu fühlen.

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Bild (grafisch manipuliert) aus "Ab heute vegan"

25.8.2014
Ich glaube, dass ich betr. Interviews einen Fetisch habe. Ich mag freche, direkte Fragen. Irgendetwas, das mich aus der Fassung bringt, das mich zum Überlegen animiert. Ich mag allgemein freche, ehrliche Menschen (ausser wenn es sich um eine sogenannte dumme Ehrlichkeit handelt).
Ist es ein Grundbedürfnis von mir, das Leben verändern und erweitern zu müssen? Ich will meine Identität nicht mehr wechseln, aber ich will, dass sie sich entwickelt, wächst. Und dafür braucht es neue Inputs, kleine Samen, die ich pflanzen kann, aus denen etwas Neues in meinem Garten entsteht und ihn bereichert.

26.8.2014
Wenn ich jemanden im Cafe treffe, finde ich mich zu früh ein (um den Sitzplatz bestimmen zu können?), sitze da und fühle mich krank, mit einem Hubschrauber im Bauch. Berlin: Hier ist jeder Kellner ein Star. Das macht Cafebesuche anstrengend.
Zuhause Besuch zu empfangen ist noch schlimmer. Da kann ich nicht weglaufen, wenn es mir zu viel wird.
Heute hätte ich ohne Problem im Bett bleiben können. Es stresst mich, dass ich nicht 1000 Termine habe. Ich will plötzlich Termine und nicht alleine sein, als müsste ich einen leeren Tank mit Energie füllen (ich habe sie in Bochum verbraucht).

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Durch das Film-Feedback sind meine Ego-Schuhe (nur von aussen betrachtet – oberflächlich) plötzlich viel zu gross. Wie könnte man damit nur rumlaufen? (Das schafft ja nicht einem ein Berliner) Ändern tut sich gar nichts. Ausser dass ich “electroboy” google, wenn mir langweilig ist.
Ich überlege mir, ob ich bei Anfragen allen Interviews geben soll, oder eine Auswahl treffen soll. Die PR-Agentin sagt, dass ich selbst entscheiden “darf”, wen ich treffen möchte und wen nicht. Es ist mein altes Thema: Integrität.

27.8.2014

Ich sitze im Wartezimmer einer Hausärztin. Die Stühle knirschen, die Wartenden atmen. Im Gegensatz zu Bochum grüsst man sich nicht beim Hinzukommen. Ich trage einen Blazer, weil ich oft zum Zelebrieren eines scheinbar unbedeutenden Tages einen Blazer trage…

Vormittag: Meine Lust auf soziale Kontakte ist (vorerst?) wieder eingeschlafen. Ich bin gereizt und müde, seit zwei Tagen schon. Oder sagen wir es so, es gestaltet sich schwieriger als gedacht, für mich interessante Menschen kennenzulernen. Ob ich doch auf meine alten Bekannten zurückgreifen soll? Das klingt berechnend und das ist es auch, aber nur um meinen Emotionen und Bedürfnissen zu entsprechen. Wie schon tausendmal gesagt, meine Integrität ist eine Baustelle und es herrscht ein rauher Ton.

Nachmittag: Die Wolken verpissen sich und die Sonne macht mich zwei Menschen treffen. So bin ich, sehr wetterfühlig. Bei Sonnenschein empfinde ich einen grossen Tatendrang, bei Regen ist die Stimmung depressiv verstimmt.

28.8.2014

Im Moment mag ich die Vorstellung nicht, dass andere mein Tagebuch lesen. Aber ohne einen möglichen – virtuellen und anonymen – Leser würde ich dieses Tagebuch nicht schreiben, denn er gibt mir die Motivation, dranzubleiben.

Mich selbst auf der Kinoleinwand zu sehen war überraschenderweise überhaupt kein Problem. Aber als vorgestern in einer Sendung am Schweizer Fernsehen eine Szene aus dem Film gezeigt wurde, hat es mich belastet. Man hat eine Szene aus dem Film gerissen und in eine Sendung über Angststörungen gequetscht, sie also quasi als Illustration benutzt.

Es wird spannend. Wie reagiere ich, falls/wenn es ein öffentliches Interesse an meiner Person gibt? Drehe ich durch und will mir alles vom Hals schaffen, oder bleibe ich locker und werde zu einer gut funktionierenden Promofigur für den Film?

Berlin hilft mir dabei, mich zwischenmenschlich zu entspannen. Es ist die Energiecloud, die einem aus der Isolation hebt. Also: Flieg, Florian…

29.8.2014

Die Ärztin will wegen des Bluttests persönlich mit mir telefonieren. Ich bin gespannt, was meine Werte aus der Reihe springen lässt. Aber immer wenn ich anrufe, ist sie nicht da. Beim dritten Anruf heisst es, dass sie mich zurückrufen werde. Tut sie nicht.

Die Produzentin teilt mir mit, dass ich in der Woche vor Kinostart (Ende November) in der Schweiz sein sollte. Es stehen Vorpremieren, Premiere und Interviews in diversen Städten an.

Notiz zum Film: Einerseits geniesse ich die Aufmerksamkeit. Dann denke ich plötzlich: Bitte lasst mich in Ruhe. Das schwankt extrem. Ich sollte das Ganze professioneller angehen. Als wäre es einfach ein Job (ohne Bezahlung). Aber so einfach ist das nicht, wenn die eigene Person zu einem Job wird. Dann gilt es, innerlich Grenzen zu setzen. Aber nicht inhaltlich, denn ich will total offen sein.

30.8.2014

Ich habe mich für Blumen entschieden in meinem Leben. Ein Blumenstrauss als Mitbewohner. Eine Vase habe ich erst im Markt des Internets entdeckt, der ihn fassen soll, den neuen kleinen Fetisch eines Stücks Zuhause, den ich minimalistisch zelebrieren will. (Ihn frisch und anders zu ersetzen ist meine Pflicht.)

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Bild: stelton

© 2014 electroboy, Creative Commons

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Gedanken / Tagebuch – August 2014 2. Teil

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<– August 2014 1. Teil

ab 10.8.2014
Diese Seite dokumentiert meine Landung.

10.8.2014
Wir sitzen in der Wohnzimmer-Bar am Helmholtzplatz in Berlin und ich bin froh. Ich bin bereit, mich als Mensch hier zwischen den uniformierten Gruppierungen zu positionieren. Ich bin kein Hipster, keine Mama und kein “echter” Berliner, aber ich lebe (wieder) in Berlin.

11.8.2014
Wir sind zum Abendessen eingeladen bei Menschen, die mir auf Anhieb sympathisch sind, offen, klug, die gerne reflektieren. Zuvor sind wir stundenlang in Prenzlauer Berg und Mitte herumgelaufen und haben dankbar nährende Eindrücke aufgesogen wie seelisch unterernährte Schiffbrüchige, die endlich wieder haltgebendes Land unter den Füssen haben. Der Tag endet mit einer nächtlichen Taxifahrt zurück ins neue Heim.

12.8.2014
Seit ich zurück in Berlin bin, fühle ich mich wieder lebendig. Es ist wie ein Erwachen aus einer Art Koma. Berlin wärmt meine Seele auf, Freude durchströmt immer wieder meinen Körper, es scheint, als wäre ein Duft in der Luft, der mich betört.

Es war ideal, während der Weltpremiere von “electroboy” in Locarno in einem anderen Land zu verweilen. Scheinbar war der Andrang so gross, dass das Festival mehr als drei Aufführungen machen wollte, was aber die Produzentin abgelehnt hat. Ich sitze in Berlin und verfolge übers Internet, welche Reaktionen der Film auslöst.

13.8.2014
So langsam kommt mein Geist nach. Aber nur langsam.
Dieser Umzug war für mich unglaublich anstrengend, kräfteraubender als alle Umzüge zuvor.
Ich finde eine eher negative Filmkritik in der “NZZ”, die mich nervt, weil ich das Gefühl habe, dass die Autorin den Film vom Inhalt her nicht verstanden hat. Und trotzdem darüber schreibt.

Weiterführend dazu, hier ein paar Antworten auf kritische Fragen betreffend electroboy-Film:

Darf man eine Familie so ausstellen?
Niemand aus der Familie fühlt sich ausgestellt. Jeder von uns hat mit Freude am Projekt mitgemacht und persönlich daraus profitiert. Die ganze Familie hat den Film vor der offiziellen Aufführung gesehen, jedes Familienmitglied hat positiv reagiert und sich mit dem Gezeigten einverstanden erklärt.

Hat uns das Filmteam gut betreut und genügend Verantwortung übernommen?
Marcel Gisler und das Filmteam pflegen eine freundschaftliche Beziehung zu uns. Es gab nie einen Anlass, misstrauisch zu werden oder Angst zu haben, dass man missbraucht werden könnte für ein fertiges Konzept oder eine vorgefertigte Message. Mehr noch, wir Protagonisten haben das anfängliche Konzept quasi aufgelöst und den Film sehr aktiv mitgestaltet, gefördert durch die Offenheit von Marcel.

Wir Protagonisten wirken ungeschützt, man kommt sich als Zuschauer voyeuristisch vor.
Die Zusammenarbeit basierte auf Freiwilligkeit. Niemand wurde genötigt oder forciert zu Aussagen. Marcel hat jeden von uns langsam, vorsichtig und sehr sensibel immer besser kennengelernt und uns mit Humor und Zuneigung Fragen gestellt, die ein anderer nicht hätte stellen dürfen.

Wie ist es für mich / uns,  uns so schonungslos zu zeigen?
Nur so macht es für mich Sinn. Unsere Aussagen sind direkt im Film, aber sie sind es auch, weil wir uns lieben.

Wie ist es für meine Eltern, die ja über viele Themen gar nicht sprechen wollten? Wieso haben sie sich dem Film ausgesetzt?
Ich denke, dass sie neugierig waren und der Film die wahrscheinlich letzte Möglichkeit war, die Familie wieder näher zusammenzubringen, was auch tatsächlich so war. Die Arbeit am Film hatte eine sehr therapeutische Wirkung auf die ganze Familie.

Entspricht der Film meiner Perspektive? Widerspricht diese nicht der meiner Eltern?
Ich finde, dass der Florian im Film ein guter Link zu mir ist. Meine Perspektive betreffend Familie ist ziemlich analytisch geprägt. Ich sehe die Perspektiven der anderen und kann sie aus der Geschichte heraus verstehen, weshalb ich auch nicht böse sein kann/will auf meine Familie. Doch in dieser analytischen Sichtweise kommen vielleicht meine innerfamiliären Gefühle etwas zu kurz. Jeder aus der Familie hat nach der Visionierung des Films gesagt, dass er nicht viel über mich gewusst habe vorher. Also war der Film auch eine Möglichkeit, mich meiner Familie vorzustellen. Wie ich im Film sage, sprechen wir eine andere Sprache. Marcel hat übersetzt.

14.8.2014

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I want more.
Do I want more? Wenn ja, von was?

Vielleicht mehr soziale Lockerheit, wieder Freunde, aber neue, weil ich denke, dass ich mich verändert habe. Und ich das Gefühl habe, dass ich (hier) für mich spannende Menschen finden kann.

(Die Faust steht für die Integration ins Übliche, Kommerzielle, ohne an Integrität zu verlieren und mit Konzept-Treue. Die Faust steht nicht für Kampf, sondern für innere Power)

15.8.2014
Es verwirrt mich. Es ist, als hätte ich die letzten drei Jahre vergessen. Ich versuche mich zu erinnern. Ich hatte viel Zeit, mir Gedanken zu machen. Eine Ideologie zu entwickeln und sie umzusetzen. Es war eine Zeit in einer energielosen Gegend, ja, ich empfinde Städte als energielos oder -voll. Vielleicht denke ich deshalb nur an Kopfarbeit und den Film, wenn ich an die letzten drei Jahre denken, weil ich unter eine Glocke lag, die keinen Ein- und Ausgang hatte, die man nur mit Gewalt durchbrechen konnte, um dann unglaublich befreit frische Luft zu atmen: Mein Interesse an sozialen Kontakten ist wieder da, nur umsetzen konnte ich das wiederaufgekeimte Verlangen noch nicht in den wenigen Tagen hier. Aber ich bin auf der Suche. Aktiv.
Ich sitze mit meinem Partner in einer Bar auf einem Sofa, umschmeichelt von rotem Licht und erinnere mich an die Zeiten, als ich mit “Freunden” in Bars sass und mich betrunken habe. Die Musik hat sich seither nicht verändert, es rieselt minimaler Clubsound von der Decke.

16.8.2014
Es regnet, Klaviergeklimper nebelt mich ein,  im Cafe “Chaostheorie” sitzend, wartend auf einen alten Bekannten. Heute ist es etwas kühl und ich fühle mich ausgeglichen, ein relativ ungewohntes Gefühl, ich könnte dösend rumlaufen, es fühlt sich an, als hätte ich zu viele Medikamente genommen.

“electroboy” hat in Locarno nicht gewonnen. Und ja, wir finden das gut. Mit Kaffee stossen wir abends in einer düsteren Bar darauf an, dass wir uns nicht mit einem Preis schmücken müssen. Wir stossen mit der braunen Brühe auf das Leben an, denn das sind wir, lebendig und verdammt dazu, irgendwann zu sterben. Doch vorher möchte ich noch etwas erleben, ok?

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Man könnte sich fragen, wieso mir Sex nicht wichtig ist (aber Erotik). Man könnte sich auch fragen, wieso die anderen ihr Sperma bei Fremden abschiessen, um dann unbefriedigt zum nächsten zu rennen. Das Rennen um die unbefriedigende Befriedigung. Mit der Wurst vor dem Maul, irgendeine Vorstellung aus einer Mischung von Porno und Liebesroman im Köpfchen.

17.8.2014
Die Wolken geben die Sonne frei.
Morgen wird der Kaffeevollautomat geliefert, den ich bestellt habe, weil ich den Instantkaffee satt habe.
Ich will Menschen kennenlernen, die für mich schön sind, die etwas haben, das ich gerne ansehe, gerne entdecke, denen ich gerne zuhöre, die ich vielleicht sogar gerne rieche. Es lockt die Sehnsucht nach Entdeckung in und durch andere Menschen. Sie lockt in Wellen, gestern mehr als heute.
Mein Soundtrack des Tages ist dieser klassische Popsong. Im Kopf, gegen die nervöse Gitarre aus den Boxen in der Bar “Wohnzimmer” ankämpfend. Überall taucht man hier in ein rotes Licht, abends… das einem schlucken will. Doch man weiss, obwohl es täuschen mag, dass sie eine Illusion sind, diese Berliner Mutterarme, die einem umarmen, sobald man hier ist, aus denen man nicht mehr freigelassen werden will.
Wie ein Tanz mit wechselndem Partner, einer kurzen, intensiven Intimität, die alles Vorhergehende bricht, weshalb man an einen Ort geht, wo alles zusammenkommt und man plötzlich den Mut hat, etwas anderes zu sein als das Alte.

18.8.2014

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Der Kaffeevollautomat ist gekommen. Kann sein, dass so ein Automat spiessig “ist”, aber ich “bin” ja ein Spiesser. Ein Spiesser in einer Wohnung am Helmholtzplatz, die nach Kaffee duftet. Wie ein 19jähriger Berliner mein Leben zusammenfasst: “ich denke, dass du ein ex model bist, ein style-kaffee leben führst und bald eine kino figur bist”
Ich widme diese Page Filipe aus Brasilien, für dass er mir gestern seine unglaubliche Geschichte anvertraut hat.
Die Laternen in unseren Strassen hüllen nachts alles in ein ungewohnt gelbes Licht, ein weiches Licht, das die Nacht weniger gefährlich wirken lässt. Doch vorher besucht uns noch ein nettes Päarchen, die ersten Gäste in der neuen Wohnung, zum veganen Sushi in der Nachbarschaft und Melonengazpacho und Wein bei uns. (Ich erzähle ihnen, dass wir alle zusammen Gott sind und dass es zum Kotzen ist, dass Leute auf diesem Planeten verhungern müssen, weil wir hier so gierig und egoistisch sind. Ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass es mir so gut geht. Uns, jetzt, hier.) Im gelben Licht des nächtlichen Berlins, der Kreativ- und Erlebniscloud, die einem so viel abnimmt, einem passiv und “voll dabei” ausruhend macht, ohne dass wir es so definieren würden.

19.8.2014
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Es fühlt sich an, als sei ich gelandet.
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Der Sommer hat abrupt ein Ende gefunden: Kälte und Nässe durchdringt meine frisch erkältete Haut.
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Morgen kommt der Techniker von der Telekom und “bringt” (hoffentlich) das Internet mit.
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Hugo bestaunt sein neues Umfeld:
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20.8.2014

Internet einrichten / 1. Tag

Heute ist mein Partner nochmals für 10 Tage nach Barcelona geflogen und überlässt mir alleine Berlin.
Ich habe noch immer niemanden getroffen von den Figuren, mit denen ich chatte.
Der Techniker der Telekom war da, ein funktionierendes Internet hat er nicht “mitgebracht”, deshalb folgen Telefonanrufe bei der Hotline und ein Weg zur Post, wo (was wir nicht wussten) ein neues Modem für uns lagert, das aber falsch abgelegt lange nicht gefunden werden kann. (Sollte ich Internet und Telefon heute noch einrichten können, steht ein Anruf bei den Eltern an. Ich telefoniere nicht gerne, wieso haben wir überhaupt ein Telefon gekauft?)
Die Sonne scheint und wärmt ein bisschen auf.
Die neue Kaffeemaschine verleitet mich zum Konsum von noch mehr Kaffee.
Morgen ein erstes Interview betreffend Film, es darf aber noch nicht veröffentlicht werden, sagt die PR-Agentur.
Kehrt so langsam Alltag ein nach der erfolgreichen Landung in Berlin? Ich versuche es zu verhindern. Es ist so schön, sich zuhause im Urlaub zu fühlen. So etwas empfinde ich nur in Berlin, in diesem Gewimmel von Altem, Neuem, Einheimischem, Zugewandertem und in der Invasion der Touristen.
Update: Nach zwei weiteren Anrufen bei der Hotline steht fest, der Anschluss wurde freigegeben und ich habe alles korrekt konfiguriert. Trotzdem geht weder Telefon noch Internet. Der Anbieter hat das Problem aufgenommen und “meldet sich”.
Update: Man “meldet sich”, um noch einmal die Konfiguration durchzugehen. Ohne Erfolg. Man leitet es intern weiter und “meldet sich” wieder. Fazit: Noch kein Internet. Ich bin erschöpft und leg mich schlafen. Früh wie nie.

21.8.2014 (1. Teil)

Internet einrichten / 2. Tag

Es funktioniert, um 11 Uhr bin ich online, nachdem sie Änderungen an der Leitung vorgenommen und mein Modem neu programmiert haben.

*Ende Landung*

August 2014 3. Teil —>

© 2014 electroboy, Creative Commons

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